Nach Abschluss eines Studiums an der Kunsthochschule in Berlin-Weißenseearbeitete Roland Beier (geb. 1955) als Gebrauchsgrafiker. Neben Buch- und Plakatgestaltungen entstanden erste Karikaturen, und bald trat er – auch auf den Greizer Biennalen – mit Humorplastiken hervor, die bis heute mit zum Besten gehören, was in dieser Spezialdisziplin geschaffen wurde.
Obwohl seine satirischen Collagen und Zeichnungen auch schon zu DDR-Zeiten im Ausland ausgestellt wurden, erreichte der gebürtige Sachse erst mit der berühmten Karl-Marx-Karikatur »Tut mir leid Jungs …!« aus dem Jahr 1990 breite internationale Anerkennung. Bis Mitte der 1990er Jahre – also in nur knapp anderthalb Jahrzehnten – entstand ein ebenso ansehnliches wie treffsicheres Werk im Bereich der Karikatur, das verdeutlicht, dass die Qualität des Marx-Blattes nicht von Ungefähr kam. Beiers Schaffen erwuchs aus zeichnerischer Begabung, einer guten Ausbildung und der Beherrschung verschiedenster Techniken.
Einige Jahre nach der Wende konzentrierte sich der Künstler auf die Illustration von Schulbüchern und wurde immer wieder von den großen deutschen Schulbuchverlagen verpflichtet. Seine Beliebtheit verdankte er dabei nicht zuletzt der Fähigkeit, Elemente des Cartoons mit den Anforderungen einer jugendgemäßen Lehrbuch-Ausstattung zu verbinden. Nicht selten können einzelne Illustrationen auch der satirischen Humorsparte zugeordnet werden. Die Ausstellung des SATIRICUMs im Sommerpalais würdigt erstmals umfassend das Schaffen Roland Beiers als Karikaturist.

