In Berlin geboren, in Zeulenroda aufgewachsen und hier eine Heimat findend, entwickelte sich Manfreds Sondermanns Leben beruflich in zwei nebeneinander laufenden Bahnen. Einmal war da der Maschinenschlosser und Maschinenbauingenieur, der nach der Wende im Osten das hatte, was selten war wie Goldstaub – den Mut eine eigene Firma zu gründen und sich selbstbewusst mit dem eigenen Können dem freien Markt zustellen.

Daneben gab es den Karikaturisten, der schon als Jugendlicher erste Zeichnungen veröffentlichte und sich auf Grund seiner beruflichen Herkunft eine eigene Domäne erschloss – Karikaturen zur Technik. Mit dem humorvollen Blick auf die auch im Osten allmählich einziehenden Industrieroboter hat er das wahrscheinlich auflagenstärkste Karikaturenbüchlein in der DDR veröffentlicht.

Doch der auch in seinem vergleichsweise ländlichen Umfeld erlebbare bauliche Verfall und die zunehmende Umweltzerstörung machten ihn zu einem politischen Karikaturisten, der sich am DDR-Alltag rieb. Nach der Wende gehörten seine Ossikar-Cartoons zu den wichtigen Schöpfungen, die die Entwicklungen und Fehlentwicklungen der deutsch-deutschen Gemeinsamkeit kommentieren.

Die Greizer Ausstellung erinnert mit Unterstützung der Familie in einem Überblick an das Werk eines Großen der Gattung, der in der Nachbarschaft des SATIRICUMS lebte, aber kein lokaler Künstler blieb.