Mit seinen Porträtkarikaturen hat er das Bild von DDR-Prominenten und international bekannten Stars im Osten geprägt. Auf über 1.300 Werke wird Harald Kretzschmars Oeuvre in diesem Bereich geschätzt – Studien für den Privatgebrauch, verworfene Zeichnungen oder Schnellporträts auf Veranstaltungen nicht mitgerechnet.
Darüber hinaus war er seit Ende der 1950er Jahre ein so genannter »fester Freier« im Redaktionskollegium des »Eulenspiegel«.
Seine Karikaturen spiegeln den Ost-West-Gegensatz und die Bedrohung des Friedens ebenso wie die real-sozialistischen Alltagsprobleme in der DDR. Letztere wie bei anderen Karikaturisten auch mit wachsender Kritik, je näher das nicht vorhergesehene Ende der DDR rückte.
Und dann war Harald Kretzschmar ein ganz wichtiger der Zunft, weil er zu den Entscheidern gehörte. Er nutzt die Möglichkeiten seiner Funktion als Vorsitzender der Sektion für Karikatur im Verband Bildender Künstler der DDR, um zahlreiche Karikatur-Ausstellungen zu ermöglichen und – nicht zuletzt – um das Greizer SATIRICUM, das einzige Karikatur-Museum in der DDR, auf den Weg zu bringen und auszugestalten. Bis zuletzt hat er mit Schenkungen die Greizer Sammlungen auch im Bereich historischer Karikatur fundiert.
Die Ausstellung zeigt eine Werkauswahl, die den Bogen von den 1960er Jahren bis in die 2000er spannt.

