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Schabkunstsammlung

Zu den außergewöhnlichen Schätzen der Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz gehört eine Kollektion englischer Schabkunstblätter des 18. Jahrhunderts, deren Entstehung Elizabeth Landgräfin von Hessen-Homburg zu verdanken ist. Mit insgesamt rund 1200 Schabkunstblättern namhafter englischer Künstler besitzt Greiz einen der umfangreichsten Bestände der vorwiegend in England verbreiteten Drucktechnik. Den Kern dieser in Windsor angelegten Schabkunstsammlung bilden 664 Blätter, die nach Bildnissen des englischen Porträtmalers Joshua Reynolds (1723–1793) geschabt (teilweise auch gestochen) wurden. Die Mehrzahl dieser Graphiken stammen von Hauptmeistern der englischen Schabkunst wie John McArdell, Edward Fisher, Valentine Green, John Raphael Smith, James Watson oder John Faber jun..

Der Wert der Schabkunstsammlung liegt nicht allein in der künstlerischen Qualität, sondern auch in ihrer historischen Bedeutung. Es handelt sich um eine bedeutende zeitgenössische Porträtsammlung, in der neben historischen Persönlichkeiten eine Galerie der Londoner Gesellschaft der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts dargestellt ist. Vertreten sind sowohl Persönlichkeiten des englischen Adels, hohe Politiker, Offiziere und Geistliche als auch Wissenschaftler, Schriftsteller, Schauspieler und Kurtisanen. Viele der Originalgemälde befinden sich noch heute in britischen Privatsammlungen und sind der Öffentlichkeit nur schwer zugänglich, andere sind längst verschollen.

Schabkunstkatalog