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Kupferstichsammlung

Der wertvollste Teil des Kupferstichkabinetts stammt aus dem Nachlass der englischen Prinzessin Elizabeth (1770–1840), der dritten Tochter König Georgs III. von Großbritannien und Irland und späteren Landgräfin von Hessen-Homburg.
Von der bemerkenswerten Sammlung dieser prominenten Vertreterin der englischen  Romantik wusste schon Schillers Ehefrau Charlotte von Lengefeld 1818 lobend zu berichten.

Um 1795 war die Sammlung auf Schloss Windsor begonnen worden; ihre Vervollständigung erfolgte in den Jahren nach 1818 in Homburg vor der Höhe und ab 1830 in Hannover und Frankfurt am Main.

Nach Elizabeths Tod 1840 erbte ihre Nichte, Fürstin Caroline Reuß älterer Linie, den künstlerischen und gesammelten Nachlass, der um 1848 nach Greiz gelangte. Unter den tausenden Kupferstichen ist insbesondere eine große Anzahl englischer Schabkunstblätter hervorzuheben, davon mehr als 600 nach Bildnissen Joshua Reynolds, des Hauptmeisters der englischen Porträtkunst des 18. Jahrhunderts.

Hinzu kommen zahlreiche englische, französische, niederländische und deutsche Druckgraphiken unterschiedlicher Techniken, wie zum Beispiel Crayonstiche von Francesco Bartolozzi nach Bildnissen Hans Holbeins d.J. oder Radierungen und Kupferstiche von Wenzel Hollar und Elias Ridinger.

Aus dem Nachlass der Prinzessin Elizabeth, der den Glanzpunkt der Sammlung bildet, stammen auch einige prachtvolle Kupferstichalben in Imperialfolio. Darunter befindet sich eine aus sechs Bänden bestehende illustrierte Geschichte Englands, die die Prinzessin zusammen mit ihrer Schwester Mary auf Schloss Windsor angelegt hatte. Nach 1818 entstand noch ein zweibändiges Werk über die Volkssagen von Rhein und Neckar sowie ein der Königin Elisabeth I. gewidmeter Prunkband mit eigenhändigen Buchmalereien. Schwerpunkt von Elizabeths Sammeltätigkeit war das Bildnis, wovon nahezu 500 Exemplare im Greizer Kupferstichkabinett zeugen.